15. Juni 2022

Verlorenes Geld von Online-Casinos zurückholen: Riskiere ich strafrechtlichen Konsequenzen wegen illegalen Glücksspiels?

Online Casinos Geld zurückfordern

Kunden von Online-Casinos können sich Geld, das sie beim Spielen im Internet verloren haben, vom Betreiber zurückholen. Der Grund: Das Anbieten von Glücksspiel im Internet war in Deutschland bis zum 01. Juli 2021 verboten (und ist es teilweise immer noch). Die Verträge, die Spieler und Betreiber geschlossen hatten, waren also nichtig, sodass die Kunden ihre verlorenen Spieleinsätze zurückfordern können. Zu diesem Thema gibt es bereits zahlreiche verbraucherfreundliche Urteile auf land- und oberlandesgerichtlicher Ebene. Allerdings stellen sich viele Online-Spieler die Frage, ob sie sich rechtlich selbst ans Messer liefern, wenn sie Geld aus illegalem Glücksspiel zurückfordern. 

Online-Casinos: Glücksspielangebot übers Internet

Bei Online-Casinos handelt es sich um Glücksspielangebote über das Internet. Dazu gehören Casinospiele wie Poker, Blackjack oder Roulette über das Smartphone, den PC oder einen Smart-TV. Die meisten Betreiber sitzen in steuerlich attraktiven Ländern wie Malta, Gibraltar, Zypern oder auch im nichteuropäischen Raum. Zu den betroffenen Online-Casinos zählen bekannte Anbieter wie Tipico, Bwin, Mr. Green, William Hill, bet-at-home oder Hyperino. Die entsprechende Lizenz für das Glücksspielangebot erhalten sie in der Regel im Land des Firmensitzes. 

In Deutschland keine gültige Lizenz, daher Geld zurück

Für den deutschen Markt hingegen hatten die Betreiber keine gültige Lizenz. Das heißt: Die zahlreichen im Internet aufrufbaren Angebote wurden von den deutschen Behörden zwar geduldet, jedoch blieben sie zu jeder Zeit illegal. Dadurch ist der zwischen Kunde und Online-Casino geschlossene Vertrag zum Spielen ungültig. Erst im April 2021 sprach das OLG Frankfurt am Main in einem bemerkenswerten Beschluss einem Spieler aus Hessen knapp 11.000 Euro Rückzahlung zu (Az. 23 U 55/21). 

Haben sich deutsche Spieler in Online-Casinos strafbar gemacht?

Aber können Spieler nun einfach so Geld zurückfordern oder bekommen sie selbst vielleicht rechtliche Probleme, da sie an illegalem Glücksspiel teilgenommen haben? Rechtsanwalt Helmut Dreschhoff von der Verbraucherkanzlei BRR Baumeister Rosing: »Man muss hier unterscheiden: Eigentlich heißt es im § 285 StGB, dass, wer sich an einem unerlaubten öffentlichen Glücksspiel beteiligt, mit Freiheits- oder Geldstrafe bestraft wird. Somit hätten sich deutsche Online-Spieler tatsächlich strafbar gemacht. Aber: Spielt man bei einem Anbieter ohne gültige Lizenz und weiß nicht, dass dieser über keine Lizenz verfügt, ist hier kein Vorsatz zu erkennen. Das bedeutet, dass in diesem Fall keine Strafbarkeit vorliegt und die Spieler auch keine strafrechtlichen Folgen befürchten müssen.« 

Spieler gelten als Verbraucher, daher greift deutsches Recht

»Spieler, die über ein Online-Casino also Geld verspielt haben, können diese Spieleinsätze ohne Weiteres zurückfordern – und ihre Chancen auf Erfolg stehen sehr gut«, so Rechtsanwalt Dreschhoff weiter. »Denn auch wenn die Betreiber im europäischen Ausland sitzen, greift hier deutsches Recht. Die Betreiber der Online-Casinos halten dagegen, dass es sich bei ihren Kunden nicht um Verbraucher handele und die deutschen Gerichte daher nicht für die Verfahren zuständig seien. Allerdings hat bisher so gut wie kein deutsches Gericht an der Verbraucher-Eigenschaft der Spieler oder der Zuständigkeit deutscher Gerichte ernstzunehmende Zweifel gehabt.« 

Geld in Online-Casino verspielt? Wir helfen Ihnen

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