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Dieselskandal: EuGH-Gutachten zum »Thermofenster« – Autobauern droht weiterer Ärger

Dieselskandal Thermofenster Gutachten

Durch ein neues EuGH-Gutachten zum sogenannten »Thermofenster« droht Autobauern im Dieselskandal weiterer Ärger. Denn laut der Einschätzung des EuGH-Generalanwalts Athanasios Rantos ist der Einbau jener Abschaltsoftware, mit der entsprechend der Außentemperatur und der Höhenlage die Menge des Schadstoffausstoßes bei einem Fahrzeug verändert wird, nicht mit EU-Recht vereinbar. Das sogenannte »Thermofenster« kommt in Millionen von Dieselfahrzeugen verschiedenster Hersteller zum Einsatz.

Dieselskandal: Thermofenster-Gutachten für österreichische VW-Klagen

Grundlage für das Gutachten des Europäischen Gerichtshofs sind Dieselverfahren gegen VW von österreichischen Klägern. Die dortigen Gerichte hatten dem EuGH zur Klärung vorgelegt, ob eine Software dieser Art eine Abschalteinrichtung im Sinne der Verordnung Nr. 715/2007 darstelle, und wenn ja, ob diese Software auf der Grundlage der in dieser Verordnung vorgesehenen Ausnahmen vom Verbot solcher Einrichtungen zulässig sei.

Thermofenster: temperaturabhängige Abgasreinigung

Beim »Thermofenster« handelt es sich um eine temperaturabhängige Abgasreinigung in Dieselautos. Diese Technik wird nicht nur von VW, sondern auch von vielen anderen Herstellern eingesetzt. Dabei wird ein Teil der Abgase in den Motor zurückgeleitet und erneut verbrannt. Bei sehr niedrigen oder sehr hohen Außentemperaturen sowie auch je nach Höhenlage sorgt die Abschalteinrichtung jedoch dafür, dass die Abgasreinigung herunterfährt oder sich ganz abschaltet.

Gutachten: Thermofenster im Dieselskandal weiterhin umstritten

In den konkreten Fällen geht es um den Temperaturbereich zwischen 15 und 33 Grad Celsius und Fahrten in mehr als 1000 Höhenmetern. »In unseren Regionen liegen die Temperaturen in über sechs Monaten des Jahres unter 15 Grad«, sagt Rechtsanwalt Helmut Dreschhoff von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing. »Das bedeutet, dass die Abgasreinigung Hunderttausender Dieselfahrzeuge in dieser Zeit nicht oder nur vermindert arbeitet.«

Hersteller: Thermofenster soll Motorschutz dienen

Bereits Ende 2020 urteilte der EuGH, dass der Einsatz einer solchen Technik grundsätzlich verboten ist. Allerdings gilt ebenjene Ausnahme von dem Verbot, wenn die Abgasreinigung zum Schutz des Motors vor Schäden zeitweise abgeschaltet werden muss. »VW und auch die anderen betroffenen Hersteller nutzen diese Ausnahme regelmäßig als Schlupfloch«, so Verbraucheranwalt Dreschhoff. »Demnach behaupten sie, dass das sogenannte Thermofenster dem Motorschutz diene. Bisher haben sie dafür jedoch noch keine plausible Erklärung geliefert.«

Dieselskandal-Gutachten: Ausnahme gilt nicht für Thermofenster, wenn es der Schonung von Bauteilen dient

Die Fahrzeughersteller berufen sich auf die stärkere Abnutzung von Teilen der Abgasrückführung. Daher werde eine Abschaltung der Abgasreinigung bei sehr niedrigen und sehr hohen Temperaturen notwendig. Laut EuGH-Generalanwalt Rantos greift die Ausnahmeregelung für das sogenannte Thermofenster nicht, »wenn diese Einrichtung vornehmlich der Schonung von Anbauteilen wie AGR-Ventil, AGR-Kühler und Dieselpartikelfilter dient.« VW hingegen hält seine verwendete Technik nach wie vor für zulässig.

EuGH-Urteil in wenigen Monaten erwartet

Ein endgültiges Urteil in dieser Angelegenheit werden die Luxemburger Richter in den kommenden Monaten sprechen. »Der EuGH setzt seine verbraucherfreundliche Haltung im Dieselskandal fort, was wir Verbraucheranwälte sehr begrüßen«, sagt Dreschhoff. »Denn so wie Herr Rantos argumentieren auch wir bereits seit geraumer Zeit vor Gericht. Folgen die Luxemburger Richter dem Gutachten – was sie für gewöhnlich tun –, würde dies für zahlreiche Autobauer weiteren Ärger bedeuten. Beispielsweise schätzen Experten, dass das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zahlreiche Nachrüstungen prüfen müsste.«

Dieselskandal: Ein Vorgehen gegen den Hersteller lohnt sich weiterhin

Der Verbraucheranwalt rät weiterhin allen Dieselbesitzern zur Prüfung, ob ihr Fahrzeug vom Abgasskandal betroffen ist. »Es lohnt sich weiterhin, im Dieselskandal aktiv zu werden. Auch wenn die Autohersteller der Öffentlichkeit das Gegenteil weismachen wollen. Die Gerichte folgen immer öfter der Argumentation der Klägerseite. Deshalb sollten geschädigte Dieselfahrer unbedingt ihr Recht geltend machen, um nicht auf den mangelbehafteten Fahrzeugen sitzenzubleiben. Je länger sie warten, umso mehr schmilzt ihr Schadensersatzanspruch dahin, da die Gerichte ein Nutzungsentgelt anrechnen. Außerdem droht vielen Fahrzeugbesitzern zu Jahresende die Verjährung von Ansprüchen.«

Handeln Sie jetzt!

Möchten Sie wissen, ob Sie vom Dieselskandal betroffen sind? Dann helfen wir Ihnen gern weiter. Die BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing zählt zu den führenden Kanzleien im Dieselskandal und hat bereits über 15.000 Mandanten erfolgreich beraten. Unter diesem Link können Sie ganz einfach und kostenlos überprüfen, ob Sie Schadensersatzansprüche gegenüber dem Hersteller geltend machen können. In einem kostenfreien Erstgespräch informieren wir Sie über Ihre Möglichkeiten und Erfolgsaussichten. Wir machen uns für Sie stark!

 

 

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Dieselskandal: 875 Millionen Euro Strafe für VW und BMW wegen Kartellabsprachen

Dieselskandal: Strafe für VW und BMW wegen Kartellabsprachen

Die EU hat im Dieselskandal gegen VW und BMW eine Strafe in Höhe von 875 Millionen Euro wegen Kartellabsprachen verhängt. Die beiden Automobilhersteller hatten sich rechtswidrig zu der Größe von AdBlue-Tanks bei Dieselfahrzeugen abgesprochen. Damit sei der Wettbewerb bei der Abgasreinigung einschränkt worden, hieß es laut EU-Kommission. Somit muss VW knapp 502 Millionen Euro Strafe zahlen, BMW hingegen etwa 373 Millionen. Auch die Daimler AG war an den Absprachen beteiligt, kommt jedoch aufgrund einer Kronzeugenregelung ohne Strafe davon.

SCR-System mit AdBlue – eigentlich eine recht saubere Technik

Dieselautos mit neuerer Katalysator-Generation verfügen über ein sogenanntes SCR-System, also Abgaskatalysatoren, die Stickoxide reduzieren können. Bei diesem System wird dem Abgas die Harnstofflösung AdBlue beigemischt, die chemisch mit den Abgasen reagiert. Dadurch werden beide Arten von Gasen zu ungefährlichen Gasen abgebaut. Eigentlich eine recht saubere Technik, hätten die genannten Autohersteller sie auch im machbaren Umfang angewendet.

Strafe im Dieselskandal: Absprachen unter Autoherstellern

In einer sogenannten »Fünferrunde« hatten sich Ingenieure von Audi, BMW, Porsche, Daimler und VW vor etlichen Jahren abgesprochen. Unter anderem einigte man sich, nur kleine AdBlue-Tanks in den Fahrzeugen zu verbauen, obwohl den Unternehmen bekannt war, dass die Tankgröße für eine ordentliche Abgasreinigung nicht ausreichend war. BMW griff zu einer alternativen Technik, um den Nachteil auszugleichen, VW, Audi und Porsche hingegen nutzten eine Schummelsoftware, um Zulassungstests auf dem Prüfstand zu bestehen. So konnten die Fahrzeuge durch die passende Menge AdBlue die Schadstoffgrenzwerte auf dem Prüfstand einhalten, im Gegensatz zum Fahrbetrieb auf der Straße. Hier sorgte eine Abschalteinrichtung jedoch für eine Reduzierung der AdBlue-Zugabe und somit für einen teils wesentlich höheren Schadstoffausstoß.

Strafe im Dieselskandal: Hersteller haben bewusst auf Umweltschutz verzichtet

Rechtsanwalt Helmut Dreschhoff von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing: »Durch die Schummelei haben die Hersteller nicht nur der Umwelt geschadet, sondern auch die Gesundheit von Millionen Menschen gefährdet. Die Technik für eine funktionierende Abgasreinigung war vorhanden, aber die Hersteller haben sich abgesprochen, diese erst einmal nicht einzusetzen. Die Konzerne haben also einvernehmlich jeglicher Wettbewerb um das effektivste Abgasreinigungssystem außer Kraft gesetzt. Damit wurde bewußt auf Umweltschutz verzichtet, um in den Fahrzeug-Baugruppen nicht kostenintensiv Platz für ausreichend große Harnstofftanks schaffen zu müssen. Es ging hier offenbar nur um den Gewinn, nicht um ökologische Gesichtspunkte – obwohl sich die Hersteller doch so gern als umweltfreundlich darzustellen versuchen.«

Daimler AG bleibt ohne Strafe wegen Kronzeugenaussage

Dass die Daimler AG in diesem Dieselskandal-Fall gänzlich ohne Strafe bleibt, hält der Verbraucheranwalt für eine Farce. Laut Tagesschau.de wäre für den schwäbischen Automobilhersteller eine Strafzahlung in Höhe von über 700 Millionen Euro fällig gewesen. »Daimler hat sich durch eine Kronzeugenaussage aus der Affäre schleichen können», so Dreschhoff. »Man hat plötzlich kalte Füße wegen der jahrelangen Schummelei bekommen und ausgepackt – aber darf das falsche Handeln dann einfach so ungeahndet bleiben? Wir betrachten die Haltung der EU als ein völlig unpassendes Signal für Unternehmen aller Art, die sich auf diese Weise ebenfalls von jeder Schuld reinwaschen könnten.«

Dieselskandal: EU-Kommission ließ bei Höhe der Strafe Milde walten

Bisher hatte die EU noch keine Strafen für Abstimmungen bei bestimmten Technologien verhängt. Diesen Umstand berücksichtigte die Kommission bei ihrer Entscheidung und ließ bei der Höhe der Strafe Milde walten. So hat VW laut eines Spiegel-Berichts offenbar ebenfalls zu dem Fall ausgesagt und deswegen einen Kronzeugenrabatt erhalten. Ohne ihn hätten die Wolfsburger eine etwa doppelt so hohe Strafe bezahlen müssen.

Nichts aus Fehlern des Dieselskandals gelernt

»Der gesamte Vorfall zeigt uns, dass die Automobilindustrie nichts aus den Fehlern des Dieselskandals gelernt hat und dann auch noch mit relativ milden Strafen davonkommt«, sagt Rechtsanwalt Dreschhoff. »Durch die Abgasschummelei fahren nach wie vor Millionen von Dieselfahrzeugen durch die Gegend, die viel mehr Schadstoffe auspusten als vom Hersteller angegeben. Wir kämpfen weiter dafür, dass der Dieselskandal vollumfänglich aufgearbeitet wird und die Hersteller für ihr Fehlverhalten geradestehen müssen. Deshalb raten wir auch allen Dieselfahrern zur Prüfung, ob sie Schadensersatzansprüche geltend machen können.«

Fahren Sie auch einen Diesel? Handeln Sie jetzt!

Fahren Sie ein Dieselfahrzeug von VW, Audi, Porsche, Skoda, Seat, Mercedes-Benz, BMW oder anderen? Wir von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing helfen Ihnen gern bei der Prüfung, ob Sie Schadensersatzansprüche gegen den Hersteller geltend machen können. Unter diesem Link können Sie mit nur wenigen Klicks prüfen, ob Sie vom Dieselskandal betroffen sind. In einem kostenfreien Erstgespräch klären wir Sie transparent über Ihre Möglichkeiten und Erfolgsaussichten auf. Gern sind wir auch telefonisch für Sie da: Unter 030 / 22 01 23 80 erreichen Sie uns montags bis freitags zwischen 9 und 18 Uhr. Wir machen uns für Sie stark!

 

 

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Whistleblower-Gesetz: So sollen Hinweisgeber besser vor Repressalien geschützt werden

Whistleblower Gesetz Dieselskandal

Whistleblower, auch Hinweisgeber genannt, sollen durch das Gesetz besser geschützt werden. Dies hatte die Europäische Union bereits 2019 mit der »EU-Direktive 2019/1937 zum Schutz von Hinweisgebern« beschlossen. Nun sollen die EU-Mitgliedsstaaten diese Regelung bis Ende 2021 umsetzen. Dadurch werden Mitarbeiter, die Regel- und Rechtsverstöße in Unternehmen oder Behörden melden, ausreichend vor Einschüchterung oder Kündigungen geschützt. Durch Whistleblower waren in den vergangenen Jahren unter anderem Verbraucherskandale wie der Dieselskandal ans Licht gekommen.

Wer genau ist alles ein Whistleblower?

Als Whistleblower oder Hinweisgeber bezeichnet die EU-Kommission eine Person, die Verstöße gegen EU-Recht meldet oder offenlegt, über die sie im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeiten Kenntnis erlangt hat. Die Richtlinie betrifft also nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Selbständige, Freiberufler, Berater, Auftragnehmer, Lieferanten, ehrenamtlich Tätige, unbezahlte Praktikanten und Stellenbewerber.

Whistleblower europaweit durch Gesetz geschützt

Damit Whistleblower keine Sanktionen von Arbeitgebern fürchten müssen, sollen sie durch diese europaweite Regelung geschützt werden. Dies gilt, wenn sie bei der Meldung eines Verstoßes triftige Gründe zu der Annahme hatten, dass die übermittelten Informationen wahr waren, oder wenn sie den ernsthaften Verdacht hegten, dass sie eine widerrechtliche Handlung beobachtet hatten.

Verbraucherschützer begrüßen Whistleblower-Gesetz

In den vergangenen Jahren hatten Whistleblower zahlreiche Missstände oder Verstöße von Unternehmen oder Behörden an die Öffentlichkeit gebracht. Neben Skandalen wie den Panama Papers (u.a. Steuerdelikte) oder Cambridge Analytica (Wahlbeeinflussung) war auch die sogenannte »Dieselgate«-Affäre mit Abgasmanipulationen namhafter Autohersteller aufgedeckt worden. Deshalb begrüßt Verbraucherschutzanwalt Helmut Dreschhoff von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing die Initiative der EU.

Whistleblower gehen großes Risiko ein

»Auch wir als Verbraucherkanzlei nutzen Informationen von Hinweisgebern bei der Durchsetzung von Rechten geschädigter Verbraucher«, so Dreschhoff. »Daher halten wir es für immens wichtig, dass man für Hinweisgeber sichere Anlaufstellen schafft, um Fehlverhalten von Unternehmen oder Behörden melden zu können. Für Whistleblower ist es nach wie vor ein großes Risiko, mit brisantem Wissen über Firmen oder Behörden an die Öffentlichkeit zu gehen. Viele trauen sich gar nicht, Informationen weiterzugeben, da sie Angst vor Repressalien haben. In Sachen Dieselskandal wissen wir beispielsweise, dass Mitarbeiter, die sich für die Beseitigung von Missständen einsetzten, entlassen wurden. Außerdem soll laut Bericht der Wirtschaftswoche bereits 2011 ein VW-Mitarbeiter intern Auffälligkeiten bei Abgaswerten gemeldet haben. Allerdings hatte diese Meldung keine Folgen, sie versickerte einfach, da es noch keine umfassenden Compliance-Regelungen gab.«

Beispiel Dieselskandal: Ohne Whistleblower keine Aufarbeitung

»Der Dieselskandal hat sich mittlerweile zum größten deutschen Verbraucherskandal aller Zeiten entwickelt«, sagt Dreschhoff weiter. »Hunderttausende betrogene Dieselfahrer haben mittlerweile Schadensersatz von Volkswagen und anderen Herstellern erhalten. Ohne das mutige Zutun von Whistleblowern, die bei Missständen die eigene moralische Bewertung den Vorschriften des Arbeitgebers vorziehen, wäre all dies nie ans Tageslicht gekommen. Es war höchste Zeit, diese Menschen zu schützen.«

Gesetz zum Schutz von Whistleblowern soll Rechtsdurchsetzung verbessern

Die EU-Richtlinie zum Schutz von Hinweisgebern soll Vorfälle wie diese nun verhindern. Neben der Aufdeckung und Unterbindung von Verstoßen ist es das Ziel, die Rechtsdurchsetzung zu verbessern. So sollen kleine und große Unternehmen ab 50 Mitarbeitern sowie Einrichtungen des öffentlichen Sektors, Behörden oder Gemeinden ab 10.000 Einwohnern EU-weit künftig für sichere interne Meldekanäle für Hinweisgeber sorgen. Darüber hinaus sollen Whistleblower weder zivil-, straf- oder verwaltungsrechtlich noch in Bezug auf ihre Beschäftigung haftbar gemacht werden können.

Whistleblower-Gesetz: Umsetzung in Deutschland bis Ende 2021

Sollten Unternehmen oder Behörden beispielsweise eine Meldung behindern, den Hinweisgeber unter Druck setzen oder dessen Identität preisgeben, müssen sie mit Sanktionen rechnen. Diese sollen von den jeweiligen EU-Staaten in Form eines eigenen Hinweisgeberschutzgesetzes festgelegt werden. Das Fristende für die Umsetzung der Whistleblower-Richtlinie in nationales Recht in allen EU-Ländern ist der 17. Dezember 2021. In Deutschland gibt es zwischen den Regierungsparteien diesbezüglich noch Streit, eine Umsetzung muss jedoch bis Ende des Jahres erfolgen. »Immerhin ist der Weg für den gesetzlichen Hinweisgeberschutz geebnet«, sagt Rechtsanwalt Dreschhoff. »Zur Not können sich Whistleblower in Deutschland, die rechtlich gegen Repressalien vorgehen wollen, auch direkt auf die EU-Richtlinie berufen.«

Wir machen uns für Verbraucherrechte stark

Sind auch Sie vom Dieselskandal betroffen? Wir von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing haben bereits über 15.000 Mandanten erfolgreich vertreten und helfen auch Ihnen gern bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche. Unter diesem Link können Sie mit wenigen Klicks und bequem von zu Hause aus prüfen, ob Ihr Fahrzeug betroffen ist. Gern beraten wir Sie auch zu den Verbraucherthemen PKV-Beitragserhöhungen, unwirksame Bankgebühren, Arbeitsrecht in Zeiten von Corona und anderen. Sie können uns auch telefonisch unter 030 / 23 01 22 80 erreichen, montags bis freitags zwischen 9 und 18 Uhr. Wir machen uns für Sie stark!

 

 

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Klagen ohne Rechtsschutz? So funktioniert die Prozesskostenfinanzierung

Klagen ohne Rechtsschutz? So funktioniert die Prozesskostenfinanzierung

Die Prozesskostenfinanzierung ist eine gute Möglichkeit für Menschen ohne Rechtsschutzversicherung, rechtliche Ansprüche geltend zu machen. In diesem Fall übernimmt ein Dienstleister die Kosten, die im Rahmen eines Verfahrens anfallen, sodass für den Mandanten kein finanzielles Risiko entsteht. Auch wir von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing arbeiten erfolgreich mit Prozesskostenfinanzierern zusammen. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, wie dieses Modell funktioniert und für wen es sich lohnt.

Rechtsschutzversicherung, Prozesskostenhilfe oder Prozesskostenfinanzierung?

Für eine finanzielle Absicherung bei rechtlichen Auseinandersetzungen gibt es prinzipiell drei Möglichkeiten. Die bekannteste dürfte die Rechtsschutzversicherung sein, sie übernimmt in der Regel die Kosten für Rechtsstreitigkeiten bis zur vereinbarten Versicherungssumme. Als zweite Möglichkeit gibt es die Prozesskostenhilfe, hier kommt im Falle der Bedürftigkeit der Staat für die Übernahme der Prozesskosten auf. Als Drittes gibt es die gewerbliche Prozesskostenfinanzierung, bei der ein externer Geldgeber die im Rahmen eines Prozesses erforderlichen finanziellen Mittel stellt.

Prozesskostenfinanzierung: Kein Kostenrisiko für Kläger, Provision für Finanzierer

Anders als bei der staatlichen Prozesskostenhilfe handelt es sich bei Prozesskostenfinanzierern um Dienstleister. Dies sind wirtschaftlich handelnde Unternehmen, die für die Kläger das Prozesskostenrisiko übernehmen. Wichtig zu wissen ist, dass im Erfolgsfall der Prozessfinanzierer im Gegenzug eine Provision vom Kläger erhält.

Bestimmte Vorraussetzungen

Für eine Prozesskostenfinanzierung müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Beispielsweise übernehmen die Finanzierer vornehmlich Prozesse, bei denen ein positiver Verfahrensausgang zu erwarten ist. Darüber hinaus hängt die Finanzierung auch von der Höhe des Streitwerts ab. Bei zu geringen Streitwerten ist es möglich, dass der Dienstleister eine Prozesskostenfinanzierung ablehnt.

Kanzlei ist Vermittler, kein zusätzlicher Aufwand für Mandanten

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, schließt der Kläger mit dem Dienstleister ein Prozessfinanzierungsvertrag. Die Kanzlei gilt dabei als Vermittler zwischen dem Geldgeber und den Klägern. Sie übernimmt in der Regel jegliche Kommunikation und leitet alle nötigen Schritte ein, sodass für die Mandanten hier kein zusätzlicher Aufwand anfällt.

Prozesskostenfinanzierung: Dienstleister trägt die Verfahrenskosten

In dem Prozessfinanzierungvertrag zwischen dem Kläger und dem Dienstleister ist geregelt, dass der Finanzierer alle anfallenden Kosten des Verfahrens übernimmt. Dazu gehören Gerichtskosten, Sachverständigenkosten und auch die Anwaltskosten. Vertraglich festgelegt wird auch der prozentuale Anteil vom Schadensersatz, den der Finanzierer beim erfolgreichen Verfahrensabschluss erhält. Auch bei einem Teilerfolg oder bei einem Vergleich mit der Gegenseite fällt ein Anteil für den Dienstleister an. Es ist durchaus möglich, dass Kläger einen Prozess verlieren, obwohl zuvor ein erfolgreiches Verfahren prognostiziert wurde. In diesem Fall sind sie jedoch abgesichert, der Prozesskostenfinanzierer trägt alle anfallenden Kosten.

Vorabgespräch mit Anwälten sinnvoll

Klagewillige Verbraucher, die Schadensersatzansprüche mithilfe einer Prozesskostenfinanzierung geltend machen wollen, sollten zunächst ein klärendes Gespräch mit ihrem Rechtsbeistand suchen. Rechtsanwalt Helmut Dreschhoff von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing: »Wir bieten allen Interessierten ein kostenfreies Erstgespräch zu ihren Möglichkeiten und Erfolgsaussichten. Bei einer Prozesskostenfinanzierung müssen bestimmte Voraussetzungen vorhanden sein, und es sollte auch von einem Rechtsanwalt durchkalkuliert werden, ob sich diese Variante überhaupt für den Mandanten lohnt. Wir klären transparent über mögliche Risiken auf und übernehmen auch die Kommunikation mit dem Prozesskostenfinanzierer.«

Gute Erfahrungen mit dieser Variante

Zahlreiche Mandanten der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing haben bereits gute Erfahrungen mit dieser Variante der Prozessfinanzierung gemacht. »Unsere Kanzlei ist unter anderem auf Dieselskandal-Fälle spezialisiert«, sagt Rechtsanwalt Dreschhoff, »dabei handelt es sich in der Regel um hohe Streitwerte. Daher kann das Modell der Prozesskostenfinanzierung hier für viele Fahrzeugbesitzer durchaus Sinn ergeben.«

Kontaktieren Sie uns!

Sie sind nicht rechtsschutzversichert und möchten Ansprüche beispielsweise im Dieselskandal geltend machen? Wir prüfen gern für Sie in einem kostenfreien Erstgespräch, ob eine Prozesskostenfinanzierung für Sie in Frage kommt. Unter diesem Link können Sie bequem von zu Hause und kostenfrei prüfen, ob Sie Ansprüche geltend machen können. Lieber telefonisch? Unter 030/22 01 23 80 erreichen Sie uns montags bis freitags zwischen 9 und 18 Uhr. Wir machen uns für Sie stark!

 

 

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VW im Dieselskandal: Warum die EA288-Strategie des Konzerns zu bröckeln beginnt

VW im Dieselskandal: Warum die EA288-Strategie des Konzerns zu bröckeln beginnt

Im Dieselskandal gibt es immer mehr Anzeichen, dass die Strategie des VW-Konzerns rund um den EA288-Motor zu bröckeln beginnt. Der Wolfsburger Automobilhersteller bestreitet nach wie vor jegliche Abgasmanipulation bei diesem Motorentyp und versucht der Öffentlichkeit weiszumachen, dass EA288-Klagen in den meisten Fällen verloren gehen. Allerdings hat es in den vergangenen Wochen in der Causa EA288 vermehrt verbraucherfreundliche Urteile gegen Volkswagen gegeben. »Die PR-Kampagne von VW ist nichts weiter als ein plumper Versuch, sich vor weiteren Klagen zu schützen«, sagt Rechtsanwalt Helmut Dreschhoff von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing.

VW EA288-Motor im Dieselskandal seit Langem unter Manipulationsverdacht

Der EA288-Motor steht schon seit Langem unter Manipulationsverdacht. Er ist der Nachfolger des Skandalmotors EA189, mit dem im September 2015 der Dieselskandal begann. Während es zum EA189 seit Mai 2020 ein BGH-Urteil gibt, konnte sich VW beim EA288 bisher gelassen zurücklehnen. Denn das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hatte den Fahrzeugen mit diesem Motortyp ohne Weiteres Typgenehmigungen ausgestellt und somit eine tadellose Funktionsweise bestätigt.

EA288 vor Bekanntwerden des Dieselskandals entwickelt und verbaut

Bei unabhängigen Abgastests wurden jedoch im realen Straßenbetrieb teils wesentlich höherer Schadstoffausstoß gemessen als bei den Prüfstandstests. Beim Skandalmotor EA189 ist mittlerweile bewiesen, dass VW illegale Abschalteinrichtungen im Motor verbaut hat, um die Abgasemissionen auf dem Prüfstand zu senken. Der EA288 wurde bereits vor dem Bekanntwerden dieses Skandals entwickelt und eingesetzt. Demnach liegt der Verdacht nahe, dass VW auch hier illegale Abschalteinrichtungen verwendet.

KBA hat sich auf die von VW vorgelegten Abgaswerte verlassen

Rechtsanwalt Helmut Dreschhoff von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing: »Lange Zeit konnte VW sich auf die KBA-Freigabe berufen und behaupten: Seht her, wir haben von der zuständigen Behörde die ordnungsgemäße Funktionsweise bestätigt bekommen. Mittlerweile ist aber davon auszugehen, dass das KBA die Fahrzeuge ohne eigene Prüfung freigegeben hat. Die Behörde hat sich gänzlich auf die von VW vorgelegten Zahlen verlassen.«

Immer mehr verbraucherfreundliche Urteile: EA288-Strategie von VW scheint nicht aufzugehen

Nun kommt offenbar Bewegung in die EA288-Sache, denn immer mehr Gerichte entscheiden verbraucherfreundlich. »Wir sehen, dass etwa seit Jahresbeginn 2021 die Richter verstärkt der Argumentation der Klägerseite folgen. Das hat offenbar auch der VW-Konzern mitbekommen. Da es für das Unternehmen immer schwieriger wird, die Abgasmanipulation beim EA288 zu leugnen, greift man zu anderen Mitteln. So hat VW eine eigene Webseite freigeschaltet, auf der über die Sinnlosigkeit von EA288-Klagen informiert werden soll. Der Konzern versucht den Kunden einzureden, dass fast alle Klagen verloren gehen und nur die Klägeranwälte daran verdienen würden. Durch die jüngsten Urteile sehen wir jedoch, dass diese fragwürdige Strategie zu bröckeln beginnt.«

Wichtiges Dieselskandal-Urteil zum EA288: Richter sehen dieselbe Vorgehensweise wie beim EA189

Im Mai 2021 berichteten sogar der Spiegel und das Handelsblatt (Artikel kostenpflichtig) über die Zunahme an EA288-Klagen und die verbraucherfreundlichen Urteile der letzten Wochen. Besonders wichtig für geschädigte EA288-Kunden war ein Urteil des Oberlandesgerichts Naumburg im April 2021. Das OLG entschied, dass VW einen Golf VII 2.0 wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung durch den Einsatz einer illegalen Abschalteinrichtung zurücknehmen muss. Besonders brisant: Die Richter sehen beim EA288 dieselbe Vorgehensweise von VW wie beim Skandalmotor EA189, was es in dieser Deutlichkeit von einem OLG noch nicht gegeben hat.

Dieselskandal um EA288: Druck auf VW wächst

»Mit dem Urteil wird es für VW nun schwerer, sich bei diesem Motortyp herauszureden«, so Rechtsanwalt Dreschhoff. »Deshalb empfehlen wir allen VW-Kunden, die ein Dieselfahrzeug mit EA288-Motor fahren, zur Prüfung, ob sie Schadensersatz vom Hersteller einfordern können. Der Dieselskandal ist noch lange nicht aufgearbeitet, VW konnte die ganze Angelegenheit viel zu lange einfach aussitzen. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass geschädigte Dieselfahrer zu ihrem Recht kommen. So müssen sie nicht mehr mit mangelbehafteten Pkw herumfahren, die viel zu viele Schadstoffe in die Luft pusten.«

Handeln Sie jetzt!

Der EA288 ist nahezu in jedem Dieselfahrzeug von VW, Audi, Skoda und Seat als 1.4 TDI, 1.6 TDI oder 2.0 TDI seit 2014 verbaut. Wir von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing haben bereits über 10.000 Mandanten im Dieselskandal erfolgreich vertreten. Gern sind wir auch für Sie da und helfen Ihnen, Ansprüche gegenüber dem Hersteller geltend zu machen. Unter diesem Link können Sie bequem von zu Hause und kostenfrei prüfen, ob Ihr Fahrzeug vom Dieselskandal betroffen ist. Lieber telefonisch? Sie können uns unter 030/22 01 23 80 erreichen, montags bis freitags 9 bis 18 Uhr. In einem kostenlosen Erstgespräch informieren wir Sie über Ihre Möglichkeiten und Erfolgsaussichten. Wir machen uns für Sie stark!

 

 

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Dieselskandal: Warum der Begriff »Klageindustrie« völlig an der Sache vorbei geht

Dieselskandal: Warum der Begriff »Klageindustrie« völlig an der Sache vorbei geht

Wenn es um den Dieselskandal und dessen rechtliche Aufarbeitung geht, wird schnell der Begriff »Klageindustrie« in die Runde geworfen. Gemeint sind damit Rechtsanwaltskanzleien, die sich auf das Thema Diesel-Abgasskandal spezialisiert haben und geschädigte Kunden vertreten. Diesen wird vorgeworfen, hier in großem Maße auf Mandantenfang zu gehen, um bei deren Rechtsschutzversicherungen abkassieren zu können – egal ob Verfahren Aussicht auf Erfolg haben oder nicht. Aber dieses verstärkt von den Herstellern verbreitete Bild hat offenbar eher taktische Gründe, als dass es der Wahrheit entspricht.

Dieselskandal beschäftigt seit mehr als fünf Jahren die Gerichte

Seit mehr als fünf Jahren beschäftigt sich die Justiz bereits mit der Abgasmanipulation bei Dieselfahrzeugen. Waren zuerst nur Fahrzeuge aus dem Hause VW betroffen, gerieten nach und nach immer mehr Hersteller wie Mercedes-Benz, BMW, Fiat oder Opel in den Dieselstrudel. Seitdem beschäftigen sich unzählige Gerichte mit dem Thema, und die Zahl an klagenden Dieselfahrern nimmt nicht ab. Um nur ein Beispiel zu nennen: Laut einem Bericht des ARD-Magazins »Plusminus« vom November 2020 lagen deutschen Gerichten Ende 2020 knapp 51.000 Klagen allein von VW- und Audi-Besitzern vor.

Behörden bleiben im Dieselskandal untätig

Der Dieselskandal geht also weiter, der wohl größte Verbraucherskandal ist lange noch nicht aufgearbeitet. BGH und EuGH haben mittlerweile wegweisende Urteile gesprochen, dennoch sind weiterhin viele rechtliche Fragen ungeklärt. Zahlreiche Gutachten und Dokumente belegen, dass viele Dieselfahrzeuge mehr Schadstoffe ausstoßen als erlaubt. Automobilhersteller weisen jegliche Schuld von sich und berufen sich auf die vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ausgestellten Typgenehmigungen für diese Fahrzeuge. Das KBA bleibt bisher im Dieselskandal untätig und verlässt sich auf Herstellerangaben. Für geschädigte Verbraucher bleibt oftmals nur der Weg zum Rechtsanwalt, um Schadensersatz für ihr mangelbehaftetes Fahrzeug geltend zu machen.

VW-Vorständin spricht im Dieselskandal von »Klageindustrie«

So kommt es, dass Automobilindustrie und auch Rechtsschutzversicherer durch die zahlreichen Diesel-Klagen Kosten in Milliardenhöhe zu verzeichnen haben. Verbraucherschützer und Klägeranwälte stellen nun fest, dass Autobauer zurzeit verstärkt versuchen, gegen die klagewilligen Kunden und ihre Anwälte vorzugehen. In eigens dafür geschalteten Werbeseiten im Internet behaupten beispielsweise VW und auch Daimler, dass Klagen sich nicht lohnen und nur die Klägeranwälte daran verdienen. VW-Rechtsvorständin Hiltrud Werner äußerte Anfang 2021 sogar, dass sich in Deutschland eine »Klageindustrie« entwickelt habe, der es nicht mehr um die rechtliche Klärung für ihre Mandanten gehe, sondern nur um die eigenen Gebühren.

»Klageindustrie«: Kanzleien bloß auf Mandantenfang?

Dass die Hersteller verstärkt den Kampfbegriff »Klageindustrie« anführen, überrascht nicht. Die mittlerweile verstärkte Onlinepräsenz von Anwaltskanzleien wird so dargestellt, als seien die Anwälte einzig am Mandantenfang interessiert. Fakt jedoch ist: Auch Kanzleien nutzen moderne Kommunikationswege, um Bürgerinnen und Bürgern bei rechtlichen Dingen zu helfen. Offenbar sehen die Hersteller es als Bedrohung an, dass Menschen mittlerweile schneller über Rechtsthemen aufgeklärt werden und ihre Verbraucherrechte durchsetzen können.

Dieselskandal: »Klageindustrie« gegen »Schummelindustrie«

Die nach wie vor hohe Zahl an Dieselklagen liegt also nicht an vermeintlich ›geschäftstüchtigen‹ Anwälten. Stattdessen zeigt sie doch eher das gewaltige Ausmaß des Dieselbetrugs und den Wunsch der Geschädigten nach Schadensersatz. Wir von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing stehen betroffenen Dieselkunden weiterhin zur Seite, um deren Ansprüche geltend zu machen. Entgegen der Behauptungen der Automobilindustrie lohnt es sich durchaus, sich gegen die Hersteller zu wehren. Zurzeit stellen wir eine Zunahme an verbraucherfreundlichen Urteilen fest – immer mehr Richter folgen der Argumentation der Klägerseite. Unsere Beharrlichkeit im Dieselskandal scheint sich auszuzahlen, deshalb werden wir uns weiterhin für das Recht der Geschädigten einsetzen. Denn wir wollen, dass der wohl größte Verbraucherskandal aller Zeiten gänzlich aufgearbeitet und nicht einfach von der Automobilindustrie ausgesessen wird.

Handeln Sie jetzt!

Sie fahren einen Diesel und sind sich unsicher, ob sie gegen Ihren Fahrzeughersteller juristisch vorgehen können? Wir von der BRR Verbraucherkanzlei sind für Sie da und beraten Sie in einem kostenfreien Erstgespräch. Unter diesem Link können Sie bequem von zu Hause aus und kostenfrei prüfen, ob Sie Ansprüche geltend machen können. Wir sind auch telefonisch für Sie da unter 030/22 01 23 80, montags bis freitags 9 bis 18 Uhr. Wir machen uns für Sie stark!

 

 

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Dieselskandal: Wie VW und das KBA die Herausgabe von Diesel-Akten blockieren

Dieselkandal: Wie VW und das KBA die Herausgabe von Diesel-Akten blockieren

VW und das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) blockieren im Dieselskandal die Herausgabe von möglicherweise brisanten Diesel-Akten. Konkret geht es um den Schriftverkehr zwischen Volkswagen-Konzern und Bundesbehörde rund um die Zeit des Bekanntwerdens des Diesel-Abgasskandals im September 2015. Obwohl dem KBA eine gerichtliche Anordnung zur vollständigen Herausgabe der Dokumente vorliegt, ist das Amt dieser bisher nicht nachgekommen, auch weil VW sich mit allen Mitteln dagegen wehrt.

VW ging im September 2015 mit dem Dieselskandal an die Öffentlichkeit

Am 22. September 2015 hatte VW die Öffentlichkeit mit einer Adhoc-Meldung über Unregelmäßigkeiten bei einer verwendeten Software in Dieselmotoren informiert. Der Konzern räumte ein, dass bei Abgaswerten von Fahrzeugen mit dem Motortyp EA189 eine auffällige Abweichung zwischen Prüfstandswerten und realem Fahrbetrieb festgestellt wurde. Es zeigte sich, dass VW illegale Abschalteinrichtungen in diesen Dieselmotoren verwendet, um Abgaswerte für Typzulassungen zu manipulieren. Damit begann der Dieselskandal, der in seinem Verlauf immer weitere Fahrzeuge und Hersteller betraf.

KBA-Akten: Schriftverkehr zwischen VW und dem Bundesamt zum Dieselskandal

Im Zeitraum zwischen September und Oktober 2015 hatte es bezüglich des Dieselskandals Schriftverkehr zwischen VW und dem KBA gegeben. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die schon weit vor dem Dieselskandal auffällige Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen untersuchte, fordert seit 2016 von der Flensburger Behörde die Herausgabe der VW-Dieselakten. Denn man vermutet, dass auch der Nachfolger des EA189-Skandalmotors, der EA288, von den Manipulationen betroffen ist. VW behauptet bis heute, dass bei diesem Motor keine illegalen Abschalteinrichtungen verbaut seien. VW-interne Dokumente zum EA288, die an die Öffentlichkeit gelangt waren, sowie auch Gutachten externer Prüfer sprechen jedoch eine deutlich andere Sprache.

Dieselskandal: DUH klagt auf Akten-Einsicht, KBA und VW stellen sich quer

Das KBA legte die betreffenden Akten der DUH 2016 zwar vor, jedoch in einer fast komplett geschwärzten Fassung. Daraufhin zog die Verbraucher- und Umweltschutzorganisation vor Gericht, um vollständige Akteneinsicht zu bekommen. So entschied das OVG Schleswig im Jahr 2018, dass die Flensburger Behörde den Schriftverkehr mit der VW AG freigeben muss. Daraufhin stellten VW und auch KBA einen Antrag auf Zulassung der Berufung, der jedoch letztendlich im September 2020 abgelehnt wurde. Die Richter urteilten rechtskräftig, dass es sich nicht um interne Kommunikation handele und die Öffentlichkeit somit ein Recht darauf habe zu erfahren, welche Absprachen es zwischen der Behörde und dem Autobauer gegeben habe.

Dieselskandal-Akten: KBA droht Zwangsgeld, VW beantragt Aussetzung der Vollziehung

Das KBA verzögerte jedoch weiterhin die Herausgabe der Akten im geforderten Umfang, sodass die DUH im November 2020 Zwangsvollstreckung beantragte. VW seinerseits antwortete mit einer Klage samt Eilantrag, woraufhin die Flensburger Behörde die gerichtlich verfügte Herausgabe der Akten stoppte mit der simplen Erklärung, dass der Antrag des Autobauers begründet sein könnte. Im März 2021 schließlich entschied das Verwaltungsgericht Schleswig unter Androhung eines Zwangsgeldes, dass das KBA der DUH binnen zwei Wochen vollständige Einsicht in die Akten gewähren muss. Aber die Farce geht weiter: VW hat nun Beschwerde gegen diesen Beschluss eingereicht und eine einstweilige Anordnung beantragt, um die Vollziehung auszusetzen.

KBA-Akten und der EA288-Motor: Brisante Details zum VW-Dieselskandal?

Nach wie vor beteuert der Wolfsburger Konzern, den Dieselskandal vollständig aufarbeiten zu wollen und in Sachen Compliance ein besseres Unternehmen geworden zu sein. Dennoch bringt man auffällig viel Mühe auf, um die Veröffentlichung des Schriftwechsels mit der Kraftfahrtbehörde zu verhindern. Verbraucherschützer werten dies als eindeutiges Signal, dass sich in den Akten brisante Details befinden müssen. Diese sollen offenbar im Diesel-Abgasskandal unter keinen Umständen an die Öffentlichkeit gelangen. Vor allem dürfte dies den EA288-Motor aus dem Hause VW betreffen, der schon vor Bekanntwerden der Abgasmanipulation entwickelt und verbaut wurde. Somit liegt es nahe, dass VW sich beim EA288 auf dieselbe Abgasstrategie berufen hat wie beim EA189. Die KBA-Akten könnten also Millionen betrogener VW-Kunden helfen, Schadensersatz von dem Autobauer zu fordern.

Fragwürdige Rolle des KBA im Dieselskandal

Auch die Rolle des KBA in dieser Angelegenheit ist mehr als fragwürdig. Die Deutsche Umwelthilfe hatte sich schon Jahre vor Bekanntwerden des Abgasskandals an die Behörde gewandt und Auffälligkeiten bei Abgaswerten von Dieselfahrzeugen angemahnt. Das Bundesamt hatte es jedoch vorgezogen, diesen Hinweisen nicht nachzugehen, sondern sich auf die Angaben der Hersteller zu verlassen. Die deutlichen Unterschiede beim Emissionsausstoß auf dem Prüfstand und im echten Straßenbetrieb befand man als normal. Nach steigendem öffentlichen Druck gelobte der neue KBA-Präsident Richard Damm Anfang 2020 Besserung. Er kündigte an, die Arbeit der Behörde zu verbessern und transparenter zu machen. Allerdings zeigt sich anhand des aktuellen Verhaltens rund um die VW-Akten, dass das Bundesamt aus der Vergangenheit offenbar nichts gelernt hat. Verbraucherschützer halten es für absolut inakzeptabel, dass eine Behörde sich mit derartigem Handeln zum Handlanger eines Konzerns macht.

Verbraucherschützer: Immer mehr Richter folgen Argumentation der Klägerseite

In dieser Angelegenheit ist das letzte Wort jedoch noch nicht gesprochen. Deshalb raten Verbraucherschützer Besitzern eines VW-Dieselfahrzeugs mit EA288-Motor weiterhin zur Prüfung, ob sie Schadensersatzansprüche geltend machen können. Beim EA288 ist eine Zunahme an Klagen gegen VW sowie auch vermehrt verbraucherfreundliche Gerichtsentscheidungen festzustellen. Die Beharrlichkeit der Klägeranwälte im Dieselskandal scheint sich auszuzahlen, denn immer mehr Richter folgen deren Argumentation. Wir von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing werden uns weiterhin für das Recht der Geschädigten einsetzen. Denn wir wollen, dass der wohl größte Verbraucherskandal aller Zeiten gänzlich aufgearbeitet und nicht einfach von der Automobilindustrie ausgesessen wird.

Nach wie vor gute Chancen im Dieselskandal – handeln Sie jetzt!

Dieselfahrer können weiterhin rechtlich gegen die Schummelei von Automobilherstellern wie VW, Audi, Porsche, Seat, Skoda, Mercedes-Benz, BMW oder andere vorgehen. Millionen von Autofahrern wurden Dieselfahrzeuge verkauft, die im Straßenverkehr viel mehr Schadstoffe ausstoßen als vom Hersteller angegeben. Wir von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing haben bereits über 10.000 geschädigte Dieselkunden erfolgreich vertreten. Unter diesem Link können Sie ganz bequem von zu Hause aus und kostenfrei überprüfen, ob Ihr Fahrzeug betroffen ist. In einem kostenlosen Erstgespräch klären wir Ihre Möglichkeiten. Sie können uns auch telefonisch unter 030 / 22 01 23 80 erreichen, montags bis freitags 9 bis 18 Uhr. Wir machen uns für Sie stark!

 

 

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VW Dieselskandal: Zahl der EA288-Klagen nimmt deutlich zu

VW Dieselskandal: Zahl der EA288-Klagen nimmt zu

Im VW-Dieselskandal rund um den EA288-Motor nimmt die Zahl der Klagen deutlich zu. Laut Recherchen des Wirtschaftsmagazins »Capital« lagen Ende Januar 2021 rund 8.500 Klagen von VW-Kunden vor, die ein Fahrzeug mit diesem Motortyp besitzen. Der EA288 ist der angeblich »saubere« Nachfolger des Skandalmotors EA189, der 2015 den Diesel-Abgasskandal ausgelöst hatte. Mittlerweile belegen an die Öffentlichkeit gelangte VW-interne Dokumente und Gutachten, dass Abgaswerte auch beim EA288 manipuliert wurden.

Dieselskandal EA288: VW redet sich beim Thermofenster heraus

Die Volkswagen AG behauptet bis heute, keine unzulässigen Abschalteinrichtungen beim EA288-Motor zu verwenden. Der Konzern räumte ein, dass zwar ein sogenanntes »Thermofenster« zum Einsatz komme, das allerdings aus Gründen des Motorschutzes verwendet werde. Bisher hat sich VW jedoch bei der Erklärung der Notwendigkeit dieser Abschalteinrichtung nur herausgeredet. Als »Thermofenster« bezeichnen die Hersteller den Temperaturbereich, in dem die Abgasreinigung des Motors optimal arbeitet. Dieser liegt – je nach Fahrzeug – etwa zwischen 15 und 30 Grad Celsius.

Abgasreinigung die meiste Zeit reduziert oder inaktiv

Ist es wärmer oder kälter als der genannte Temperaturbereich, wird die Abgasreinigung laut Hersteller zum Schutz des Motors gedrosselt oder ganz abgeschaltet. In Deutschland sowie weiten Teilen Mitteleuropas beträgt die Durchschnittstemperatur über die Hälfte des Jahres weniger als 10 Grad Celsius und liegt damit außerhalb des Thermofensters. Damit ist durch den extensiven Einsatz des Thermofensters die meiste Zeit im Jahr die Abgasreinigung deutlich reduziert oder sogar inaktiv und der Ausnahmefall der Regelfall.

EA288: Weitere illegale Abschalteinrichtung erkannt

Darüber hinaus berichtete das ARD-Magazin »Plusminus« von einem Gutachten eines unabhängigen Prüfers, das als weitere Abschalteinrichtung beim EA288 die Zykluserkennung zeigt. In diesem Fall kann die Motorsteuerung erkennen, ob sich das Fahrzeug gerade auf dem Prüfstand in einem bestimmten Prüfzyklus befindet. Die Zykluserkennung könnte somit genutzt werden, um den Abgasausstoß auf einen Testbetrieb hin zu optimieren.

Dieselskandal: VW hält EA288-Klagen für ungerechtfertigt

Im Bericht des Magazins »Capital« heißt es, dass VW die Klagen für ungerechtfertigt halte und sich dagegen wehre. Recht beiläufig erwähnte der Konzern, dass man mit EA288-Kunden anfangs sogar Vergleiche geschlossen habe. Allerdings, so VW, habe es beim EA288-Motor – anders als beim Vorgänger EA189 – keinen einzigen Rückruf des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung gegeben. Das KBA habe dem Konzern mehrfach bestätigt, dass keine illegale Software eingesetzt werde.

KBA hat bisher keine gute Figur gemacht

Das KBA ist für die Typgenehmigung und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben bei Fahrzeugen zuständig. Allerdings hat es im Diesel-Abgasskandal bisher keine gute Figur gemacht. Laut eines Spiegel-Berichts hat die Behörde jahrelang Hinweise auf Diesel-Abgasmanipulationen ignoriert und hat teilweise Angaben der Hersteller zu Abgaswerten ungeprüft übernommen. So rechtfertigte das KBA seine Untätigkeit in der Dieselaffäre mit der Erklärung, es sei nicht die Aufgabe der Behörde, nach Abschaltsystemen zu suchen.

VW-Dieselskandal: Im Janaur 2021 lagen 8.500 EA288-Klagen vor

Obwohl sich VW in Sachen EA288 nun in Sicherheit wiegt, nehmen die Klagen und verbraucherfreundliche Urteile nun zu. So begann das Jahr 2021 für den Konzern mit gleich mehreren Niederlagen vor Gericht. Dazu gehörten Urteile vor dem LG Offenburg (Caddy Comfortline TDI 2.0, Az.: 2 O 168/20), dem LG Duisburg (Skoda Superb 2.0 TDI, Az.: 12 O 88/20) und dem OLG Köln (nicht näher genanntes Fahrzeug, Az.: 19 U 151/20). Darüber hinaus fordern Richter in EA288-Fällen immer häufiger Beweisbeschlüsse. Dies war jüngst beim OLG Köln (Az.: 18U 277/19) oder beim OLG Düsseldorf (Az.: I-23 U 159/20) der Fall. So will man durch richterlich angeordnete Gutachten überprüfen, ob es im EA288-Motor eine unzulässige Abschalteinrichtung gibt.

Servicemaßnahme 23CY: Verbraucherschützer raten dringend von Software-Update ab

Ausgerechnet in Zeiten dieser Urteile sowie des EuGH-Urteils vom Dezember 2020 zu illegalen Abschalteinrichtungen startete VW über seine Händler für EA288-Kunden eine freiwillige Servicemaßnahme, ein Software-Update beim Motorsteuergerät. Dieses Update soll einen Fehler im SCR-System beseitigen – ebendieses System ist in der Abgasreinigung zuständig für die Reduktion von Stickoxiden. Die Vermutung liegt nahe, dass diese als »Feldmaßnahme 23CY« bezeichnete Serviceaktion der Verschleierung von zuvor eingebauten illegalen Abschalteinrichtungen dient. Aus diesem Grund sowie wegen möglicher Folgeschäden raten Verbraucherschützer dringend von der Umsetzung des Software-Updates ab.

VW will EA288-Kunden von weiteren Dieselskandal-Klagen abhalten

VW fährt indes eine eher fragwürdige PR-Kampagne gegen Kläger-Anwälte, offenbar weil der Konzern aufgrund der aktuellen verbraucherfreundlichen Entwicklung kalte Füße bekommt. So versucht der Konzern auf seiner Homepage, EA288-Kunden vom Klagen abzuhalten. Man versucht den Dieselbesitzern einzureden, dass sich rechtliche Schritte gegen VW nicht lohnen würden. Darüber hinaus äußerte sich VW-Rechtsvorständin Hiltrud Werner im Februar 2021 abfällig über die Arbeit der Verbraucherschutzanwälte und warf ihnen vor, aus Geldgier eine »Klageindustrie« in Deutschland aufzubauen.

Klagewunsch geht von VW-Kunden aus

Dass es im Dieselskandal weiterhin so viele Klagen gibt, liegt aus Sicht der Verbraucherschützer jedoch nicht an den Anwälten. Für sie liegt es einzig daran, dass die Automobilindustrie ihre Kunden jahrelang in einem so großen Umfang betrogen hat. Der Wunsch der geschädigten Dieselfahrer ist nach wie vor da, Schadensersatz für ihr eindeutig mangelhaftes Fahrzeug zu bekommen. Beim EA288-Motor lassen sich die Richter an den deutschen Gerichten offenbar immer mehr von der Argumentation der Rechtsanwälte überzeugen. Daher haben die Kunden nach wie vor gute Chancen, ihre Ansprüche im Abgasskandal geltend zu machen.

Wir von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing kämpfen weiter dafür, dass der größte Verbraucherskandal Deutschlands in vollem Umfang aufgearbeitet wird – und zwar aus Gründen der Rechtspflege. Denn die Vergangenheit zum EA189-Motor hat gezeigt, dass sich die Beharrlichkeit der Anwälte letztendlich ausgezahlt hat und Tausende geschädigter VW-Kunden zu ihrem Recht gekommen sind.

Handeln Sie jetzt!

Sie fahren einen Diesel und sind sich unsicher, ob sie gegen Ihren Fahrzeughersteller juristisch vorgehen können? Wir von der BRR Verbraucherkanzlei sind für Sie da und beraten Sie in einem kostenfreien Erstgespräch. Unter diesem Link können Sie bequem von zu Hause aus und kostenfrei prüfen, ob Sie Ansprüche geltend machen können. Wir sind auch telefonisch für Sie da unter 030/22 01 23 80, montags bis freitags 9 bis 18 Uhr. Wir machen uns für Sie stark!

 

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Nach Zwangsvollstreckung: Kläger erhält im Dieselskandal 24.000 Euro Schadensersatz für VW Tiguan

Dieselskandal: Kläger erhält 24.000 Euro Schadensersatz für VW Tiguan nach Zwangsvollstreckung

Ein Diesel-Kläger erhält von Volkswagen knapp 24.000 Euro Schadensersatz für seinen VW Tiguan – nach Zwangsvollstreckung. Dass eine Anwaltskanzlei eine Pfändung bei einem global agierenden Konzern durchsetzt, mag für Verbraucher fast unglaublich klingen. Für Anwälte ist dieses juristische Mittel jedoch nicht unüblich. In diesem Beitrag erläutern wir Ihnen die Hintergründe dieses etwas außergewöhnlich klingenden Falles.

Dieselskandal: Haben Verbraucher mächtigen Konzerne etwas entgegenzusetzen?

Wir als Verbraucherkanzlei stellen immer wieder fest, dass viele Geschädigte im Dieselskandal ihren Anspruch auf Schadensersatz nicht geltend machen wollen. Denn sie sind oftmals der Meinung, dass sie gegen die großen Konzerne mit deren mächtigen Rechtsabteilungen nichts tun können. Ein Beispiel dafür, dass diese Annahme falsch ist, ist dieser Fall: Das Landgericht Hamburg hatte einem Kläger in einem Verfahren gegen VW, das von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing geführt wurde, Schadensersatz in Höhe von 24.146,29 Euro zugesprochen (Az. 321 O 312/19). Das rechtskräftige Urteil war bereits im Juni 2020 gesprochen worden.

VW Tiguan: Kläger fordert Schadensersatz von VW

Der Kläger hatte seinen Tiguan im Jahr 2014 für rund 35.000 Euro gekauft und war vor Gericht gezogen, da er in seinem Fahrzeug eine unzulässige Abschalteinrichtung vermutete. Diese im Motor verbauten Einrichtungen werden dazu benutzt, Abgaswerte für Zulassungstests zu beschönigen. Betroffene Dieselfahrzeuge stoßen im normalen Straßenverkehr sehr viel mehr gesundheitsschädliche Abgase aus als im Prüfzustand des Fahrzeuges. Durch die Manipulation war es möglich, die gesetzlich festgelegte Abgasgrenzwerte zu umgehen.

Kläger erhält Schadensersatz nach Zwangsvollstreckung

Nach dem Urteil kam es zu einer Verzögerung bei der Auszahlung seitens VW. Die BRR-Anwälte hatten VW mehrmals zur Zahlung aufgefordert, allerdings ist das Unternehmen in diesem Fall seinen Pflichten aus unbekannten Gründen nicht nachgekommen. Erfolgt auch nach mehrmaligen Versuchen keine Zahlung, greifen wir zum Mittel der Zwangsvollstreckung. In den meisten Fällen erfolgt die Zahlung der Gegenseite dann auch gleich ohne Weiteres, sodass die Zwangsvollstreckung letztendlich zurückgenommen wird. Im vorliegenden Verfahren war das nicht der Fall, daher wurde die Zwangsvollstreckung ausgeführt und das Geld durch den Gerichtsvollzieher von VW eingezogen.

Verbraucheranwalt: nicht unübliches juristisches Mittel

»Dies ist ein nicht unübliches juristisches Mittel«, erklärt BRR-Verbraucheranwalt Helmut Dreschhoff. »Wir haben von dem Gebrauch gemacht, was die Zivilprozessordnung ermöglicht in den Fällen, wenn der Gegner nicht zahlt. Für uns war dies im Dieselskandal jedoch einer der seltenen Fälle. Wichtig für die Mandanten zu wissen ist, dass wir sie in einem solchen Fall nicht im Regen stehen lassen. Wir helfen ihnen auch nach einer erfolgreichen Klage, dass sie ohne Probleme an ihr Geld kommen. Wir schrecken nicht vor dem Mittel der Zwangsvollstreckung zurück, auch wenn auf der anderen Seite ein Weltkonzern wie VW steht. Diese Möglichkeit, das Geld vom Konto der Beklagten einzuziehen, steht unseren Mandanten zu.«

Angelegenheit lieber schnell und unkompliziert regeln

Durch die Verzögerung der Auszahlung werden Verzugszinsen fällig. Je länger die Mandanten auf ihr Geld warten, umso mehr Zinsen kommen zusammen. »Das ist sicherlich ein kleiner Trost für die Geschädigten«, sagt Dreschhoff, »aber wir wissen, dass die Mandanten diese Angelegenheit lieber so schnell wie möglich vom Tisch haben wollen. Denn diese haben sich vielleicht schon ein neues Auto zugelegt, obwohl das alte aus dem Verfahren noch zu Hause herumsteht. Oder sie wollen ein neues kaufen und brauchen dafür das Geld. Deshalb regeln wir als Verbraucherkanzlei alles für die Mandanten, damit der Fall so schnell wie möglich abgeschlossen wird.«

Nicht nur Zwangsvollstreckung: Kläger erhalten erfahrungsgemäß problemlos ihren Schadensersatz

Die Lage im Diesel-Abgasskandal ist für Verbraucher also alles andere als aussichtslos. Wir raten nach wie vor allen Dieselfahrern zur Prüfung, ob ihr Fahrzeug betroffen ist. Nach dem jüngsten EuGH-Urteil, dass Abschalteinrichtungen zur Manipulation von Abgaswerten bei Zulassungstests illegal sind, stehen die Chancen auf Schadensersatz sehr gut. Dies betrifft nicht nur Fahrzeuge von VW, Audi, Porsche, Skoda oder Seat, sondern auch von Mercedes-Benz, BMW sowie von fast allen anderen Herstellern.

Lassen Sie sich nicht einschüchtern – handeln Sie jetzt!

Fahren Sie einen Diesel und sind sich unsicher, ob Sie vom Diesel-Abgasskandal betroffen sind? Unter diesem Link können Sie bequem von zu Hause aus und völlig unverbindlich prüfen, ob Sie zu den geschädigten Dieselkunden gehören. Wir beraten Sie gern in einem kostenlosen Erstgespräch zu Ihren Möglichkeiten. Gern sind wir auch telefonisch für Sie da unter 030 / 22 01 23 80, montags bis freitags 9 bis 18 Uhr. Wir machen uns für Sie stark!

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Dieselskandal: EuGH klärt wichtige Fragen zu Abschalteinrichtungen in Dieselfahrzeugen

Dieselskandal: EuGH klärt wichtige Fragen zu Abschalteinrichtungen

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) klärt am 17. Dezember 2020 wichtige Fragen zu Abschalteinrichtungen in Dieselfahrzeugen. In dem EuGH-Verfahren (Aktenzeichen C-693/18) geht es darum, ob Abschalteinrichtungen wie beispielsweise das sogenannte »Thermofenster« in Motoren zulässig sind oder nicht. Automobilhersteller und auch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) betrachten Techniken wie das »Thermofenster« als legal, da sie ihrer Meinung nach dem Motorschutz dienen.

EuGH: Wichtige Fragen zu Abschalteinrichtungen ungeklärt

Verbraucherschützer beklagen schon seit Jahren, dass Automobilhersteller die EU-Verordnung zum Schutz von Motorbauteilen nach ihrem Gutdünken auslegen. Nach Art. 5 Abs. 1 Verordnung (EG) 715/2007 sind Abschalteinrichtungen grundsätzlich verboten. Art. 5 Abs. 2 Verordnung (EG) 715/2007 sagt jedoch, dass eine solche Vorrichtung zulässig ist, wenn sie »notwendig ist, um den Motor vor Beschädigung« zu schützen. Diesen Passus machen sich die Hersteller zu eigen und nutzen das Argument des Motorschutzes für offensichtliche Abgasmanipulation.

Unternehmen und KBA: Keine Antworten geliefert

Nach wie vor haben weder die Unternehmen noch das KBA eine Antwort auf die Frage geliefert, ob derartige Abschalteinrichtungen wirklich notwendig sind. Experten sind sich einig, dass Motorschutz auch auf andere technische Weise gewährleistet werden kann, und sehen Techniken wie das sogenannte »Thermofenster« oder die Zykluserkennung als bloßes Mittel, um die Abgasgrenzwerte auf dem Prüfstand nicht zu überschreiten und so die behördliche Typgenehmigung zu erhalten.

Verbraucherschützer: KBA sieht tatenlos zu

Generell verhält sich das KBA, das in Deutschland für ebendiese Typgenehmigungen zuständig ist, im Diesel-Abgasskandal bisher eher passiv. Verbraucherschützer werfen der Behörde, die unter der Leitung von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) steht, Tatenlosigkeit vor und bezeichnen sie als Marionette der Automobilindustrie.

Fahrzeughersteller halten die Füße still

Die Fahrzeughersteller halten nach wie vor die Füße still. Beispielsweise ist VW in jüngsten Verfahren der Aufforderung des Gerichts, die Notwendigkeit der Abschalteinrichtungen darzulegen, nicht nachgekommen. Auch Daimler hat sich bisher davor gedrückt, technische Details von Fahrzeugen und der Motorsteuerung preiszugeben, und hat sich auf Geschäftsgeheimnisse berufen. Aufgrund der fehlenden verwertbaren Aussagen zur Funktionsweise der Abgasreinigung gingen für einige Hersteller Gerichtsverfahren gegen Dieselkläger verloren (Beispiel VW: LG Darmstadt, Az. 13 O 88/20; Beispiel Mercedes: OLG Naumburg, Az.: 8 U 81/20).

EuGH klärt am 17. Dezember wichtige Fragen zu Abschalteinrichtungen

Der EuGH will nun am 17. Dezember 2020 festlegen, ob diese besagten Abschalteinrichtungen illegal sind oder nicht. Dabei geht es um viel mehr als nur das sogenannte »Thermofenster«, das zurzeit in aller Munde ist. Dieser Begriff ist jedoch nur eine Erfindung der Automobilindustrie, um die Manipulation zu verschleiern. In Wirklichkeit handelt es sich um eine temperaturgesteuerte Abschalteinrichtung. Aber das »Thermofenster« ist nur eine von mehreren Vorrichtungen, die die Automobilhersteller bei ihren Motoren einsetzen. Andere Techniken sind beispielsweise die Kühlmittel-Solltemperatur-Regelung oder die Zykluserkennung.

EuGH-Anklageschrift: Abschalteinrichtungen sind unzulässig

Bereits im April 2020 hatte die damalige EuGH-Generalanwältin Eleanor Sharpston in ihrer Anklageschrift erklärt, dass solche Techniken bei der Abgasreinigung unzulässig seien. »Daher erwarten wir ein verbraucherfreundliches Urteil zu diesem Thema«, sagt Rechtsanwalt Helmut Dreschhoff von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing, »denn erfahrungsgemäß folgen die Luxemburger Richter den Gutachten der Generalstaatsanwaltschaft. Wir sehen dies als große Chance, dass der EuGH in Sachen Abschalteinrichtung endlich für Klarheit sorgt.«

Verbraucherschützer raten zum Handeln

BRR-Verbraucheranwalt Helmut Dreschhoff rät Dieselfahrern, ihren Anspruch auf Schadensersatz geltend zu machen. »Die Chancen auf eine erfolgreiche Klage stehen sehr gut, egal ob gegen VW, Audi, Mercedes, BMW oder andere. Beispielsweise hat keiner der Hersteller die Nutzung des ›Thermofensters‹ bestritten.«

Wir helfen Ihnen!

Ist Ihr Fahrzeug auch vom Dieselskandal betroffen? Wir von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing beraten Sie gern in einem kostenlosen Erstgespräch und besprechen mit Ihnen Ihre Möglichkeiten. Hier können Sie ganz bequem von zu Hause aus prüfen, ob Ihnen Schadensersatzansprüche zustehen. Gern können Sie uns auch telefonisch erreichen unter 030/22 01 23 80, montags bis freitags 9 bis 18 Uhr. Wir setzen uns dafür ein, das Verbraucherrechte eingehalten werden. Wir machen uns für Sie stark!